Stefan Krüger | lyrische Texte
Start Texte Impressum
zurück
heimatland
für alfred schafsnase
die menschen kommen und die menschen gehen
ich grabe meine nackten zehen
tiefer in die erde
und spüre, wie ich werde

dies ist das land
auf dem bereits mein vater stand
und meine mutter
über meiner wiege wachte

das land, das mich zum leben brachte
in dem ich glücklich lachte
das mich traurig machte
in dem ich heimat fand

ich werde hier noch lange stehen
und kann die einen gehen sehen
und andere, die kommen

ich sehe, wie sie grenzen ziehen
mit mauern auf dem boden schreiben
um fremde zu vertreiben
ich sehe, wie die menschen fliehen
weil ihnen land genommen

ich werde bleiben
ich werde hoch bis in den himmel treiben
dort sieht man keine grenzen mehr
nur land und berge und das meer

nichts ist, was uns in schranken hält
denn dieses eine land
in dem ich meine heimat fand
umspannt die ganze welt
Stefan Krüger, Köln, 21.12.2018
zurück