Stefan Krüger | lyrische Texte
Start Texte Impressum
zurück
am abend aller seiner tage
da stand er verlassen am heck
und starrte gebannt auf die wellen
und wünschte die wirklichkeit weg
er wollte sich ihr nicht mehr stellen
sie bot nur verzweiflung und dreck

tief unter ihm drehten voll wucht
des schiffes gigantische schrauben
sie trieben ins meer eine schlucht
und machten den starrenden glauben
die schlucht böte ausweg und flucht

er fühlte sich nutzlos und klein
so winzig verglichen zur ferne
dort schien niemand wichtig zu sein
er mochte das meer immer gerne
und irgendwie fiel er hinein

das meer hat schon vieles geschluckt
es wartet unendlich geduldig
auf jeden, der lang genug guckt
ob frei jeder schuld oder schuldig
nichts wird mehr ans ufer gespuckt

am schiffsheck da tobte das meer
doch wenige wellen nur weiter
beruhigte der seegang sich sehr
die aussicht war friedlich und heiter
und trübte kein wässerchen mehr

Stefan Krüger, Köln-Bonn, 01.10.2018
zurück