Stefan Krüger | lyrische Texte
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wenn nur die einsamkeit nicht wär
flieg, kleiner vogel, durch das tal
nichts wirst du missen müssen
lass dich vom ersten sonnenstrahl
noch vor dem morgen küssen
das tal ist fruchtbar grün und groß
die brise trägt dich schwerelos
kein mangel treibt dich vor sich her
wenn nur die einsamkeit nicht wär

ich riss mir alle federn aus
und fiel, doch deine hände
umfassten mich, ich war zu haus
mein suchen schien zu ende
dein heim war mir ein warmes nest
du hieltest mich geborgen fest
ich liebte dich von herzen sehr
wenn nur die einsamkeit nicht wär

kein wesen will wohl einsam sein
es will sein leben teilen
doch jeder stirbt für sich allein
das ist durch nichts zu heilen
und ist die welt auch wunderbar
gott schuf sie, weil er einsam war
und was er schuf, war wüst und leer
wenn nur die einsamkeit nicht wär

bleib, vogel, hoch im sonnenschein
in lichterfüllten sphären
suchst du auch dort nur ganz allein
dich selber zu verzehren
so suchen wir von anbeginn
verzweifelt bis zum ende hin
das leben wär kein leben mehr
wenn nur die einsamkeit nicht wär
Stefan Krüger, Bonn-Köln, Mitte August 2018
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