Stefan Krüger | lyrische Texte
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mit der wehmut im park
ich geh im park spazieren
die wehmut an der hand
sie wird nicht lange bleiben
wir wollen uns im treiben
des frühlingstags verlieren
soweit mein hoffnungsstand

der park strotzt voller leben
man trinkt und lacht, treibt sport
und faulenzt auf der wiese
kaum sieht die wehmut diese
reißt sie dem sport ergeben
sich los und joggt hinfort

ich kann mich frei bewegen
die wehmut hat zu tun
am wegesrande laden
zwei muskulöse waden
mich neben sie zu legen
und sehnsuchtsvoll zu ruhn

es träumt dort selbstvergessen
mein absoluter fall
ein engel zum erbarmen
mit definierten armen
die wehmut unterdessen
spielt jubelnd volleyball

ich lass die blicke streifen
auf dem so schönen herrn
wer will dem glück entsagen?
ich muss die chance nicht jagen
ich muss sie nur ergreifen
die wehmut winkt von fern

und er erblickt mich endlich
ich warte wie gebannt
ich will in ihm versinken
von seinen lippen trinken
und er - ganz selbstverständlich -
greift lächelnd meine hand

die wehmut sucht das weite
weil er mich glücklich macht
bis wir dann zu mir gehen
im spiegel muss ich sehen
dass da an meiner seite
statt ihm die wehmut lacht



Stefan Krüger, Köln, Ende April 2018
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