Stefan Krüger | lyrische Texte
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rückblende
der letzte tag geht nun zu ende
am horizont verglimmt das licht
das alte jahr nimmt deine hände
und schaut dir fragend ins gesicht

du würdest dich so gern befreien
doch es ist stark und lässt nicht los
so blickst du auf und möchtest schreien
es ist so alt, verbraucht und groß

und es zerbricht in einzelteile
es hielt zuviel für dich bereit
an stress, an spaß und langeweile
an glück, an alltag und an leid

die scherben sind nicht mehr zu trennen
ein haufen herrlichkeit und mist
du könntest ihn vielleicht verbrennen
doch das ist alles, was du bist

und eine katharsis aus flammen
macht deine welt nicht wieder jung
du kehrst die scherben brav zusammen
und legst sie zur erinnerung

in jugend ungestümer eile
steht schon das neue jahr bereit
voll stress und spaß und langeweile
voll glück, voll alltag und voll leid

es rennt, du lächelst, es rennt schneller
weil es noch jung das leben liebt
der horizont wird langsam heller
es ist so schön, dass es dich gibt
Stefan Krüger, Köln, Silvesterabend 2017
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